AIDSHILFE WESTSACHSEN

 

AIDS-Hilfe Westsachsen e.V.   Argumentationshilfe für die sexualpädagogische Arbeit  Mai 2017

 

Argumentationshilfe für die „Beantragung von Haushaltsmitteln für eine schulische Veranstaltung zur Gesundheitsförderung und Prävention“

Eine gute Sexualerziehung sollte schon nach der Geburt beginnen, noch bevor sich ein Kind für den Unterschied zwischen Jungen und Mädchen oder Mann und Frau interessiert. Sie sammeln körperliche Erfahrung, genießen lustvolle Momente an der Mutterbrust und spielen bereits mit wenigen Monaten an ihren Genitalien. Das Kind erfährt dadurch, dass sein Körper und seine Empfindungen respektiert werden, dass es seinen Körper entdecken darf, ohne dafür gerügt zu werden und dass Lust nichts Schlechtes sondern etwas Schönes ist. Sexualaufklärung findet über einen langen Zeitraum statt, immer wieder zwischendurch und zu unterschiedlichen Themen. Wenn ein Kind beginnt, sich für Sexualität zu interessieren, sollten Ansprechpartner*innen zur Verfügung stehen. Kinder werden aus biologischen Gründen immer früher geschlechtsreif. Eltern und Lehrer*innen fällt es oft schwer Antworten und Erklärungen auf banale Fragen zu geben. Ein ganzheitlicher Zugang auf unterschiedlichen Handlungsebenen sollte möglich sein, um Projekten von externen Partner*innen qualitätsgerecht anzubieten. Durch das Angebot verschiedener Projekte sollen die Qualitätskriterien in der schulischen Gesundheitsförderung unterstützt werden. Insbesondere sind damit die kognitive, emotionale und soziale Ebene gemeint. Wir bewegen uns im Handlungsfeld Lebenskompetenz. In diesem Bereich wird die sexuelle Bildung angeboten.

 

Ziele für die Umsetzung der Qualitätskriterien im Bereich sexueller Bildung

Für die Entwicklung einer autonomen Persönlichkeit ist es wichtig ein breit gefächertes, anwendungsbereites Wissen im Bereich der sexuellen Bildung zu erlangen. „Wer seinen Körper kennt, kann sich schützen.“ Unterstützt wird die sexuelle Entwicklung durch das Erlernen der Erlebnis-, Lust- und Kommunikationsfähigkeit. In Abstimmung mit den Lehrerinnen, Kindern und Jugendlichen werden Themen der Sexualpädagogik entwicklungs- und altersgemäß angeboten. Dazu nutzt der AIDS-Hilfe Westsachsen e.V. unter anderen folgende Methoden:

  • Anfangen und Einsteigen
  • Erschließen von Inhalten
  • Kommunikation
  • Gestaltung und Spiel
  • Ergebnissicherung

 

Handlungsorientierung

Die praktische und auf Anwendung orientierte Vorgehensweise soll die Kinder und Jugendlichen befähigen erworbenes Wissen anzuwenden und zu erweitern. Dazu stehen in den Räumen des AIDS-Hilfe Westsachsen e.V. verschiedene, inhaltlich gut aufbereitete Materialien und Methoden zur Verfügung. Dazu gehören unter anderem Rollenspiele, Planspiele und Pantomime. Um das erworbene Wissen auf Realitätsbezug zu prüfen, werden den Jugendlichen entsprechende Angebote unterbreitet.

 

Subjektorientierung

Eine gute Zusammenarbeit mit den Lehrer*innen ist für die Auseinandersetzung mit der Gesundheitsbiografie der Schüler*innen von besonderer Bedeutung. Das Projekt kann Hilfe vermitteln und bietet einen geschützten Rahmen zur Reflexion der eigenen Gesunderhaltung (HIV/AIDS/Sexualität/STI).

 

Heterogenität

Jeden Menschen in seiner Einzigartigkeit wahrzunehmen ist ein Grundprinzip unserer Arbeit in allen Altersstufen.

 

Zusammenarbeit aller Akteur*innen

Alle Projekte bedürfen einer guten Abstimmung zwischen Schule, Eltern und AIDS-Hilfe Westsachsen e.V. Die Kooperationsvereinbarung und thematische Elternabende bieten hierfür eine Grundlage der gemeinsamen Arbeit.

 

Einbettung in das Schulprogramm

In Schulprogrammen sollen die Projekte des AIDS-Hilfe Westsachsen e.V. als fester Bestandteil der sexualpädagogischen Arbeit eingebettet sein. Aufeinander aufbauende präventive Veranstaltungen bereichern den Schulalltag und unterstützen die Einrichtungen bei der ganzheitlichen Entwicklung der Kinder und Jugendlichen.

 

Partizipation

Um den Schüler*innen die Möglichkeit der Partizipation zu gewähren, werden im Vorfeld die Bedürfnisse, Fragen und Befindlichkeiten der Kinder und Jugendlichen erfragt. Die bedeutet wiederum eine gute und intensive Zusammenarbeit zwischen Schule und AIDS-Hilfe Westsachsen e.V.
Zu Beginn jeder Veranstaltung werden den Schüler*innen die Themen, die Ziele und der Ablauf bekannt gegeben. Diese können jederzeit von den Schüler*innenn ergänzt werden.

 

Nachhaltigkeit

Unsere Projekte und Angebot werden regelmäßig evaluiert und auf ihre Qualität überprüft. Die sexualpädagogischen Workshops basieren auf den Inhalten der Lehrpläne, daraus entstehen dauerhafte Angebote durch unsere Einrichtung.

 

Themen

  • HIV/AIDS
  • STIs (Sexuell Übertragbare Infektionen)
  • Freundschaft/Partnerschaft
  • Werte/Normen
  • Verhütung
  • Raum/Grenzen
  • Pubertät
  • Kummer mit der Liebe
  • Rollenbilder
  • Sexuelle Orientierung
  • Kondom

Quelle: AIDS-Hilfe Westsachsen e.V. und „Qualitätskriterien für Angebote zur Gesundheitsförderung an sächsischen Schulen“

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